Medizinischer Hintergrund

evocell ist eine niederenergetische Stoßwellenliege zur Stimulation der Zellen durch Anregung der Mechanotransduktion. Sie aktiviert Zellen und lockert die Muskulatur des gesamten Körpers. Somit unterscheidet evocell sich von der klassischen Stoßwellentherapie (eswt, s.u., mehr Informationen zu Stoßwellentherapie: www.shockwavetherapy.eu) evocell ist gedacht als unterstützende Behandlungsform und kann daher unkompliziert mit anderen Therapien wie Fango, Kompression oder auch physischer Aktivität kombiniert werden.

Extrakorporale Stoßwellen
  • anerkanntes Verfahren
  • hochenergetisch
  • fokussiert oder radial
  • Einzelgerät
  • Lokal begrenzt
  • kann schmerzhaft sein
evocell
  • niederenergetisch
  • stimulierend
  • 8-37 Hz
  • kombinierbar mit anderen Behandlungen
  • Ganzkörperapplikation
  • kaum Nebenwirkungen
  • schmerzfrei
Vibrationsplattform
  • Trainingsgerät
  • 5-36 Hz
  • horizontale Vibration
  • neuronales Training
  • kein direktes Behandlungsgerät
  • schmerzfrei

evocell kann Ihre Arbeit als Arzt, Physiotherapeut, Heilpraktiker, Trainer oder Athlet vereinfachen. Jeder reagiert auf Mechanotransduktionsbehandlungen individuell. Daher ist es unerlässlich evocell nur von geschultem Personal anwenden zu lassen. Hierdurch wird sichergestellt, dass Patienten den größtmöglichen Nutzen aus der evocell Behandlung ziehen können.

Extrakorporale Stoßwellentherapie gilt als klinisch anerkanntes und wissenschaftlich evidenzbasiertes Verfahren. Die zahlreichen positiven Auswirkungen werden hauptsächlich der Stimulation der Mechanotransduktion zugeschrieben und reichen weit über den zerstörerischen Effekt (z.B. bei Lithrotripsien) hinaus.

Mechanotransduktion ist wissenschaftlich vor allem innerhalb der Fachgebiete Biologie und Physiologie mannigfach untersucht. Die an der Weiterleitung mechanischer Reize bis in das Zellinnere beteiligten Strukturen sind weitgehend bekannt (über 80% aller Zellbausteine). Die exakte Funktionsweise ist jedoch längst nicht abschließend geklärt, auch wenn wir bereits wissen, dass sich zellspezifische Strukturen wie Ionenkanäle oder fokale Adhäsionen mittels mechanischer Reize aktivieren lassen und somit eine Zellaktivierung/-Antwort produzieren.

 
Effekte extrakorporaler Stoßwellentherapie

Mechanotransduktion kann also Migration, Proliferation, Differenzierung, Wachstum und Apoptose von Zellen initiieren und eine zelluläre Umstrukturierung der extrazellulären Matrix bewirken (Bindungskräfte der Integrine bzw. fokalen Adhäsionen).

Mit evocell umgehen wir nun den zerstörerischen Effekt hochenergetischer Stoßwellen, indem wir niederenergetische aber hochfrequente Wellen applizieren. Wissenschaftliche Belege dafür, dass niederenergetische Wellen stimulative Effekte besitzen bestehen seit geraumer Zeit.

"Therefore it seemed likely that physical shockwaves raise the mechanotransduction and convert into biological signals that lead to a cascade of biological responses in tendons.“

Notarnicola, A. & Moretti, B. (2012). The biological effects of extracorporal shock wave therapy (eswt) on tendon tissue. Muscles, ligaments and Tendons Journal,2(1):33-7.

„These findings seem to indicate that tendon tissue can convert SW stimulation into biochemical signals via release of TGF-b1 and IGF-1 for tendinitis repair.“

Banes, A. J., Horesovsky, G., Larson, C., Tsuzaki, M. (1999). Mechanical load stimulates expression of novel genes in vivo and in vitro in avian flexor tendon cells. Osteoarthr Cartilage, 7,141-53.

„ESWT-treated tissue had more small, newly formed collagen fibrils and a greater expression of TGFb1 (4 weeks later, horses).“

Caminoto, E. H., Alves, A. L., Amorim, R. L., Thomassian, A., Hussni, C.A., Nicoletti, J. L. (2005). Ultrastructural and immunocytochemical evaluation of the effects of extracorporal shock wave treatment in the hind limbs of horses with experimentally induced suspensory ligament desmitis. American Journal of Veterinary Research, 66(5),892-6.

„TGF1 has been reported to act as a potent inhibitor of extracellular matrix degradation and inflammation during the healing of a wound.“

Feinberg, M. W., Jain, M. K., Werner, F., Sibinga, N. E. S., Wiesel, P., Wang, H. (2000)

„Higher fibroblast proliferation, mRNA exrpression high for TGF1b, collagenous type 1 & 3. Tissue repait seems to be stimulated by ESWT.“

Berta, L., Fazzari, A., Ficco, A. M., Enrica, P. M., Catalano, M. G., Frairia, R. (2009). Extracorporeal shock waves enhance normal fibroblast proliferation in vitro and activate mRNA expression for TGF-beta1 and for collagen types I and III. Acta Orthopedica, 80(5):612-617.